Im Aquarium

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Sonntag, 21. Februar 2016

Gender Pay Gap

Der Mythos vom Gender Pay Gap behauptet, Frauen bekämen für die gleiche Arbeit bei gleicher Qualifikation 22% oder 23% weniger Geld als Männer.


Zunächst einmal ist festzuhalten, dass sich diese Zahlen auf den unbereinigten Einkommensunterschied beziehen, bei dem lediglich der Bruttoverdienst von Männern und Frauen insgesamt miteinander verglichen wird, ein Vergleich, der entsprechend grob ausfallen muss und individuelle Lebensplanung ebenso ignoriert wie unterschiedliche Eingangsvoraussetzungen. Berücksichtigt man Qualifikation, Berufserfahrung, Dienstalter, Teilzeitarbeit, Überstunden und Schichtarbeit, so reduziert sich der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen auf 8%.

Wenn man dann noch bedenkt, dass für den Vergleich keineswegs sämtliche möglichen Daten erhoben werden, sondern es sich lediglich um eine repräsentative Stichprobe handelt, bei der beispielsweise Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern gar nicht erst einbezogen werden, und wenn man außerdem weiß,

- dass bestimmte Berufe aus der Statistik grundsätzlich ausgeklammert werden, etwa Beschäftigte in Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Öffentliche Verwaltung, Bundeswehr,

- dass Männer eher in besser bezahlten Industriebranchen, Frauen dagegen eher in schlechter bezahlten Dienstleistungsbranchen tätig sind und Angebot und Nachfrage nun mal den Lohn bestimmen,

- dass Männer eher in größeren Betrieben beschäftigt sind, die besser zahlen,

- dass Männer wesentlich häufiger bereit sind, unbezahlte Überstunden zu machen, die in die Statistik nicht einfließen, aber selbstverständlich Auswirkungen auf Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb einer Firma haben,

- dass Berufsgruppen zusammengefasst werden und man beispielsweise zu den Ingenieuren auch die schlechter bezahlten Innenarchitekten hinzurechnet, ein Beruf, den nun mal eher Frauen ergreifen, weil er wesentlich kreativer und erfüllender ist als Bergbauingenieur,

- dass nicht nach alten und neuen Bundesländern differenziert wird und somit die schlechtere Bezahlung im Osten des Landes, wo beispielsweise 33% aller weiblichen, jedoch nur 20% aller männlichen Ingenieure arbeiten, durch diese Verfälschung als schlechtere Bezahlung von Frauen erscheint (Pointiert könnte man auch sagen: Je höher der Anteil weiblicher Ingenieure in den neuen Bundesländern, desto größer wird der Gender Pay Gap),

- dass persönliche Einstellungen selbstverständlich eine nicht unwesentliche Rolle spielen, dass also beispielsweise Männer, weil sie eine Familie zu ernähren haben, gezielt nach Arbeitgebern suchen, die besser zahlen, und dafür im Gegensatz zu Frauen bereit sind, auch längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen,

- kurz gesagt: dass Frauen anderen Beschäftigungen in anderen Branchen und anderen Betrieben an anderen Orten nachgehen,

wenn man also all dies weiß, dann lässt sich leicht erkennen, dass auch die übrig bleibenden 8% Einkommensunterschied nichts mit einer geschlechtsbezogenen Diskriminierung zu tun haben.

Dass bei aller Empörung über die angebliche Schlechterbezahlung von Frauen die Tatsache ausgeblendet wird, dass Männer durch gleiche Einzahlung in die Rentenkassen die längere Lebenszeit von Frauen finanzieren und auch ansonsten über Steuern und Sozialleistungen Milliarden an Euro an Frauen transferieren, sei hier nur am Rande erwähnt.

Ebenso muss festgehalten werden, dass sich niemand von denen, die sich so gern empören, dafür interessiert, dass Männer 95% aller Berufsunfälle erleiden, weil ihnen die gefährlicheren Jobs überlassen bleiben und ihre Sicherheit nicht derselbe Stellenwert eingeräumt wird wie die von Frauen (siehe „Killed at Work Day“).

Der einzige Gap, der wirklich existiert, ist der Gender Empathy Gap. Und der geht zu Lasten der Männer.



(Herzlichen Dank an Crumar für Unterstützung bei der Recherche)


Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/VerdiensteArbeitskosten/VerdiensteMaennerFrauen111.pdf?__blob=publicationFile

https://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/bag_dateien/2013-Ingenieure_auf_einen_Blick.pdf

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/VerdiensteBerufe/VerdienstenachBerufe5621108069004.pdf?__blob=publicationFile

https://www.absolventa.de/jobs/channel/ingenieure/thema/innenarchitekt-gehalt

Kommentare:

  1. Die Diskussion um den Gender Pay Gap wird künstlich aufgebauscht um dieser öffentlich geförderten Organisation http://www.bpw-germany.de die notwendigen Zuwendungen zu sichern.

    Es ist ein gut behütetes Geheimnis, dass ein niedrigerer GPG vom Patriarchat gewährleistet wird: http://mann-om-man.blogspot.de/2014/08/das-patriarchat-sorgt-fur-ein-niedriges.html

    Bevor ich es vergesse: Der GPG wird einige Jahre fortgeschrieben, also nicht neu ermittelt. Dadurch hat er sich nicht geändert, obwohl in den letzten Jahren viele männliche Wanderarbeiter nach DE gekommen sind, meistens mit Mindestlohn.

    Der real existierende GPG muss eigentlich negativ sein: http://mann-om-man.blogspot.de/2015/03/glasnost-im-gender-pay-black-hole.html#more

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  2. Habe dich bei "Das Patriarchat" hinzugefügt.

    Würde aber empfehlen gleich zu wordpress zu wechseln, blogspot ist vom Kommentarsystem her mist.
    (ich verweise mal auf man-tau, der auch umgezogen ist

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  3. Insbesondere streben Frauen die Spitzenpositionen weniger intensiv an als Männer.

    http://wolf-dieter-busch.de/html/Tagebuch/2015/Quartal_3/Gender_Pay_Gap.htm

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  4. Fun Fact:

    "Lesbians earn 33% more than heterosexual woman and work 20% more

    Gay men were found to earn about 20% less than heterosexual men due to a lower rate of earnings growth"

    http://www.dailymail.co.uk/femail/article-3018197/Does-sexuality-determine-earn-Lesbians-earn-straight-women-gay-men-earn-20-cent-heterosexual-counterparts-report-claims.html

    Wenn Frauen diskriminiert werden, wieso verdienen Lesben dann sogar noch mehr wie Heteromänner oder ist das ganze eine Verschwörung von Menschen die mit Frauen Sex haben?

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Sobald ich ihn gelesen und geprüft habe, schalte ich ihn frei.

Viele Grüße

Gunnar