Im Aquarium

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Montag, 15. Februar 2016

In memoriam Martin Niemöller

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen die Gefahren des real existierenden Feminismus’ nicht wahrnehmen wollen. „Ja, es gibt ein paar Ungerechtigkeiten gegenüber Männern“, höre ich, „aber das fällt doch nicht weiter ins Gewicht.“ Und was ein echter Kerl ist, der steckt so was ohnehin weg, nicht wahr? Vierzig Jahre Dauerpropaganda durch die Medien und zweihundert Jahre Männerverachtung zeigen offenbar Wirkung.

Nun, dann will ich es mal in Anlehnung an ein bekanntes Werk von Martin Niemöller anders sagen.


Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Vätern die Kinder weggenommen werden, habe ich geschwiegen; ich war ja nicht betroffen.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass die Unschuldsvermutung im Vergewaltigungsvorwurf de facto außer Kraft gesetzt wird, habe ich geschwiegen; ich war ja nicht betroffen.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Jungen in der Schule benachteiligt werden, habe ich geschwiegen; ich war ja nicht betroffen.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Frauen trotz schlechterer Qualifikationen bevorzugt eingestellt werden und per Quotenregelung lukrative Führungspositionen hinterhergeworfen bekommen, habe ich geschwiegen; ich war ja nicht betroffen.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass die wahren Verhältnisse bei häuslicher Gewalt vertuscht werden, habe ich geschwiegen; ich war ja nicht betroffen.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Vaterschaftstests kriminalisiert werden, damit Männer auch weiterhin für Kinder zahlen müssen, die gar nicht von ihnen stammen, habe ich geschwiegen; ich war ja nicht betroffen.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Frauen bestimmen, ob ein harmloser Flirt in Wahrheit sexuelle Belästigung ist, habe ich geschwiegen; mir passiert so was schon nicht.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Männer unter Generalverdacht stehen und beispielsweise in vielen Flugzeugen nicht mehr neben allein reisenden Kindern sitzen dürfen, habe ich geschwiegen; was spielt es für eine Rolle, wo ich sitze.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass Steuergelder für „Genderstudien“ verschleudert werden, habe ich geschwiegen; Steuern werden für so vieles verschwendet.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass männerfeindliche Werbung, männerfeindliche Talkshows, männerfeindliche Filme und Bücher an der Tagesordnung sind und Männer mit allen möglichen herabwürdigenden Adjektiven versehen werden, habe ich geschwiegen; ich möchte schließlich nicht als humorlos gelten.

Als die Feministinnen dafür sorgten, dass umfassende Sprachregelungen samt dazugehörender Denkverbote etabliert werden, habe ich geschwiegen, um nicht als ewiggestrig zu gelten.

Als die Feministinnen Anstrengungen unternahmen, um Kritik am Feminismus unter Strafe zu stellen, habe ich geschwiegen; ich will mir schließlich keinen Ärger einhandeln.

Als ich feststellte, dass ich den Feministinnen und ihren Seilschaften in Politik, Medien und Justiz rechtlos ausgeliefert bin, hatte niemand mehr den Mut zu protestieren.


(Dieser Artikel erschien zuerst am 2.8.2015 in meinem Blog "Pfützenfische")


Kommentare:

  1. Tja, so ist der Mensch leider, damit muss man leben. Ich hatte das in der DDR schon bemerkt, denn selbst wenn man den Wahlbetrug abzieht, bleiben noch 95% Ja-Sager übrig. Deshalb ist der Mensch nicht schlecht, aber der Durchschnittsmensch ist kein Held und am sichersten schwimmt es sich *nachweislich* mit dem Strom. (Wehe allerdings, wenn die Situation kippt.)

    Warum ich das schreibe? - Nun, ich stand noch im Frühjahr 1989 mal mutterseelenalleine auf einer Rednertribüne in der tiefsten DDR-Provinz und hatte ein paar lächerlich kleine Dinge kritisiert, die allzu offensichtlich waren und keiner hat geklatscht.
    Was wenig später kam, weiß jeder.

    Was ich damit sagen will? - Nun, die Öffentliche Meinung ist ein Büstenhalter: Eine Anpassung an die scheinbare Norm, aber keine inhaltliche Aussage ;-)

    Es grüßt
    Roland

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Sobald ich ihn gelesen und geprüft habe, schalte ich ihn frei.

Viele Grüße

Gunnar