Im Aquarium

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Mittwoch, 23. März 2016

Feministische Netzwerke in ARD und ZDF

Feministinnen werden nicht müde uns weiszumachen, die simple Zählung von Chromosomenpaaren in den Medien gäbe darüber Aufschluss, wer dort benachteiligt sei, und nicht etwa die ideologische Einstellung derer, die die Öffentliche Meinung beherrschen.



Den gesamten feministischen Filz der Öffentlich-Rechtlichen ans Licht zu holen, wäre eine Sisyphusarbeit von Monaten, wenn nicht von Jahren. Für die geschlechterpolitische Meinungsbildung in Deutschland dürfte jedoch vor allem die Einstellung der Intendanten der Sender und der Macher der Talkshows im Ersten / ZDF maßgeblich sein. Ein kurzer Blick sollte genügen, um die wahre Machtverteilung zu erkennen.


ARD / Das Erste

Volker Herres, Programmdirektor der ARD, war verantwortlich für die Serie Eine für alle – Frauen können’s besser, in der Männer durch die Bank als „Versager“, „Verkehrshindernisse“ und „Gockel“ denunziert werden. Außerdem hat er als damaliger Programmdirektor des NDR Eva Hermann aufgrund ihres feminismuskritischen Buches gekündigt.

Anne Will, Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung und – wie ihre Lebensgefährtin Miriam Meckel – Unterstützerin von ProQuote („Dass nur ein Bruchteil der Führungspositionen in den Rundfunkanstalten und Verlagshäusern von Frauen besetzt ist, ist ein katastrophaler Missstand“), ist für die gleichnamige Talkshow verantwortlich. Zur Praxis der Desinformation in dieser Sendung gibt es einen interessanten Bericht von Prof. Buchholz.

Sandra Maischberger unterstützt ebenfalls ProQuote („Warum kommen nicht die fähigen Frauen im Team zum Zug, sondern immer der gleiche Typus männlicher Allesversprecher?“) und ist für die Talkshow Menschen bei Maischberger verantwortlich, in der beispielsweise Alice Schwarzer fünfzehn Minuten Zeit bekam, um sich für ihre Steuerhinterziehung zu rechtfertigen, obwohl es in der Sendung eigentlich um ein anderes Thema ging.

Frank Plasberg ist für die Talkshow Hart aber fair verantwortlich. Er war mit Angela Maas verheiratet, die zeitweilig das Magazin Frau TV moderierte. In seinem Buch Der Inlandskorrespondent macht er zwar glaubwürdig deutlich, dass er nicht viel von politischer Korrektheit hält, ist aber selbstverständlich dennoch davon überzeugt, dass Frauen hierzulande benachteiligt werden. Beispielsweise liegt für ihn der Grund, dass nur wenige Väter Elternteilzeit in Anspruch nehmen, ausschließlich darin, dass diese Männer nicht von überkommenen Rollenmustern ablassen (S. 28-29). Und aus einer albernen Umfrage in der Fußgängerzone, ob Männer bügeln können, zieht er den Schluss, dass Männer eben verwöhnt seien und selten im Haushalt mithelfen würden (S. 27-28). Auf die naheliegende Frage, ob Frauen denn ihren Mann im Umgang mit der Bohrmaschine unterstützen oder Computerprobleme selbstständig beheben, kommt Herr Plasberg offenbar nicht.

Monika Piel und Jörg Schönenborn sind zusammen mit Volker Herres für die Talkshow Presseclub verantwortlich. Schönenborn, verheiratet mit der ProQuote-Frau Jona Teichmann („Der gute journalistische Nachwuchs ist mehrheitlich weiblich.“) hat 2015 die von Feministinnen kritisierte Sendung von Hart aber fair aus der Mediathek entfernt. Er steht auf dem Standpunkt, es gäbe noch nicht genug Frauen auf der Führungsebene, das müsse sich ändern: „Nach 23 Jahren Frauenförderplan im WDR ist meine Erfahrung: Von selbst passiert das nicht.“ Piel ist der Meinung, dass Frauen im Gegensatz zu Männern nicht mit dem „Schlagen von Pfauenrädern“ beschäftigt seien. In der Broschüre 20 Jahre Journalistinnenbund sagt sie im Interview (S. 15): „Grundsätzlich aber ist das Thema Frau eines, das sich durch das ganze Programm ziehen sollte.“


Bayerischer Rundfunk (BR)

Ulrich Wilhelm, Intendant des BR, war von 2005 – 2010 Chef des Presse- und Informationsamtes sowie Pressesprecher der Bundesregierung, wo er durch seine „unbedingte Loyalität zu Angela Merkel“ auffiel. 2014 gab der BR unter seiner Führung einen Leitfaden für „geschlechtergerechte Sprache“ heraus.


Hessischer Rundfunk (HR)

Manfred Krupp, Intendant des HR, nimmt sich laut einer Pressemitteilung der Grünen ebenfalls der Frauenförderung an.


Mitteldeutscher Rundfunk (MDR)

Karola Wille, Intendantin des MDR und Vorsitzende der ARD, sympathisiert mit ProQuote und ProQuote Regie („Die 20% Regisseurinnenquote in der ARD ist die Untergrenze! Jeden Tag der Woche soll es eine Regisseurinnenquote geben“).


Norddeutscher Rundfunk (NDR)

Lutz Marmor, Intendant des NDR, betreibt aktive Frauenförderung („Mehr Frauen in Leitungsfunktionen sind gut für das Unternehmensklima“) und unterstützt das Treffen der Medienfrauen. Er möchte „den Anteil von Frauen in Führungspositionen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen“ und strebt an, „langfristig 50%" der Leitungsposten weiblich zu besetzen.


Radio Bremen

Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, unterstützt das Treffen der Medienfrauen. In einer Vorlage an den Rundfunkrat begrüßt er „externe Impulse zu Gleichstellungsthemen“, etwa einen Vortrag der Ex-taz-Chefin Bascha Mika. Außerdem befindet er: „Es bleibt ein Unternehmensziel, in allen Redaktionen und Abteilungen für gemischte Teams zu sorgen, die ein Abbild unserer gesellschaftlichen Verhältnisse sind.“ und kündigt ein „Mentoringprogramm zur Ermutigung weiblicher Führungskräfte“ an.


Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)

Dagmar Reim, Intendantin des RBB, unterstützt ProQuote und das Mentoringprogramm des Journalistinnenbundes. In der Broschüre 20 Jahre Journalistinnenbund sagt sie im Interview (S. 16): „Frauenthemen sind Menschenthemen. Ich möchte sie in allen Formaten verankert sehen.“ In ihrer Amtszeit ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen im RBB auf rund 40% gestiegen.


Saarländischer Rundfunk (SR)

Thomas Kleist, Intendant des SR, ist Mitglied im Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung und war 1996 Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales.


Südwestrundfunk (SWR)

Peter Boudgoust, Intendant des SWR und Präsident von Arte: Unter seine Amtszeit fallen Sendungen wie die Diffamierung der Männerbewegung in Maskulinisten – Krieger im Geschlechterkampf und die Diffamierung der Initiatoren einer Petition gegen den rot-grünen Bildungsplan in Baden Württemberg als rechtsextrem.


Westdeutscher Rundfunk (WDR)

Tom Buhrow, Intendant des WDR, macht den Kotau vor ProQuote und wünscht sich als Fernziel des NDR 50% Frauen auf jeder Hierarchieebene. Auf eine Empfehlung von ProQuote, die Besetzung von Talkshows betreffend, sagte er: „Wir gucken dank der zwei Intendantinnen innerhalb der ARD genauer auf dieses Problem. Das hilft uns Männern in der Runde, noch sensibler zu werden.“ Mit seiner Ehefrau Sabine Stamer, ehemals Redakteurin bei der taz, schrieb er das Buch Mein Deutschland. Darin gibt es ein Kapitel zum Thema „Familie“ (S. 107-119). Hier behaupten die beiden, dass Frauen noch um 1960 herum das Eigentum des Mannes gewesen seien und Männer später ungern ihr „Pascha“-Verhalten aufgegeben hätten, dass die Männer heutzutage keine Kinder wollten, weil sie dann ja einen Teil der familiären Pflichten übernehmen müssten, und dass es Frauen nach einer Scheidung furchtbar schwer hätten. Kein Wort über die Schwierigkeiten männlicher Alleinernährer einer Familie, kein Wort über Scheidungsgewinnlerinnen, kein Wort über Zahlväter, denen die Kinder weggenommen werden. In der Parallelwelt von Tom Buhrow und Sabine Stamer hat die Realität keinen Platz.


Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)

Thomas Bellut, Intendant des ZDF, fördert Frauen und arbeitet dank ProQuote Regie daran, „ein gerechtes Geschlechterverhältnis“ in diesem Berufsbild zu erreichen („Ich habe den Programmdirektor und seine Redaktionsleiterinnen und Redaktionsleiter gebeten, verstärkt auf den Einsatz von Regisseurinnen zu achten.“). Er stellte sich damals hinter das Verhalten des Moderators Johannes Kerner, der aus seiner Talkshow eine Art Schauprozess gegen Eva Hermann gemacht hatte.

Markus Lanz war verheiratet mit der ProQuote-Frau Birgit Schrowange („Weil Frauen eine größere emotionale Intelligenz haben und deshalb einfach die besseren Führungspersönlichkeiten sind“) und ist verantwortlich für die gleichnamige Talkshow. Seine Haltung zum Feminismus kann man beispielsweise der Sendung mit Carolin Kebekus entnehmen (ca. 4:40 – 5:15; später spricht er außerdem über den Druck, unter dem Frauen angeblich stehen – ob auch Männer unter Druck stehen, interessiert selbstredend niemanden in der Runde).

Maybrit Illner ist verantwortlich für die gleichnamige Talkshow und spricht sich ebenfalls für Frauenquoten aus. Zur Praxis der Desinformation in ihrer Sendung siehe den Absatz über Anne Will. Im Buch Die Alpha-Journalisten wird erzählt, dass sie bei den Frauenrunden anzutreffen sei, die Alice Schwarzer und Sabine Christiansen organisieren (S. 174).


Genau genommen müssten an dieser Stelle auch die Politmagazine und ihre Macher erwähnt werden.
Beispielsweise Volker Steinhoff (Redaktionsleitung) und Anja Reschke (Moderation und Leitung der Abteilung Innenpolitik beim NDR), verantwortlich für das NDR-Politmagazin Panorama und beide Unterstützer von ProQuote (Reschke: „Ich bin für die Frauenquote, weil man Männer eben manchmal zu ihrem Glück zwingen muss“).
Oder Astrid Frohloff, verantwortlich für das RBB-Politmagazin Kontraste, in dem Kritiker des Bildungsplans „sexuelle Vielfalt“ in Baden Württemberg als homophob und Rechtspopulisten denunziert wurden. Frohloff moderiert außerdem die Sendung Klartext, in dem mit einer bösartigen Mischung aus Klischees und Unterstellungen Frauenquoten propagiert wurden.
Oder Fritz Frey und Birgitta Weber, verantwortlich für das SWR-Politmagazin Report Mainz (beide Moderation und Sendeleitung), in dem im Januar 2016 der niedersächsische Innenminister aufgefordert wurde, politisch kritische Internetseiten zu boykottieren, und Werbekunden unter Druck gesetzt wurden, ihre Partnerschaft mit solchen Seiten aufzukündigen.


Wir halten fest: Alle Genannten bringen dem Feminismus mindestens Sympathie entgegen und unterstützen diese Ideologie. Ob sie das aus Opportunismus, aus Angst oder Überzeugung tun, ist dabei unerheblich. Es gibt jedenfalls eine hundertprozentige Feminismusquote bei denjenigen, die aufgrund ihrer Leitungsposition oder durch ihre Sendung die geschlechterpolitische Wahrnehmung und den Diskurs über Geschlechterfragen in diesem Land bestimmen. Wundert sich da jemand, dass die Gästeauswahl in den Talkshows durchweg einseitig ist und Vertreter der Männerbewegung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen praktisch nicht vorkommen?



Quellen:
Wikipedia
http://www.pro-quote.de/
http://www.pro-quote.de/unterstuetzer/neue/
http://www.fembio.org/biographie.php
und die im Artikel direkt verlinkten Seiten


Kommentare:

  1. Ich kann den zitierten Herren in Führungsposition nur den dringenden Rat geben, ihren gut dotierten Posten zugunsten einer Frau aufzugeben. Damit würden Sie, die Herren Buhrow, Bellut et. al. ein ganz starkes Zeichen für die Gleichstellung von Mann und Frau geben. Denn Frauen machen sicher einen besseren Job. Höhere emotionale Intelligenz, Sie wissen schon...

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  2. Ich möchte gerne einen Satz von oben herausgreifen.
    („Der gute journalistische Nachwuchs ist mehrheitlich weiblich.“)

    Ich finde, damit der Satz korrekt wird, muss ein Wort gestrichen werden, das Wort gut.

    Somit müsste der Satz lauten.
    („Der journalistische Nachwuchs ist mehrheitlich weiblich.“)

    Und meiner Meinung nach ist genau das der Grund, warum der sogenannte Qualitätsjournalismus immer schlechter wird und die Verkaufszahlen der Erzeugnisse immer weiter stagnieren.

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Vielen Dank für deinen Kommentar. Sobald ich ihn gelesen und geprüft habe, schalte ich ihn frei.

Viele Grüße

Gunnar