Im Aquarium

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Mittwoch, 8. Mai 2019

Ein Werbefeldzug im Geschlechterkrieg

Nein, der Edeka-Werbefilm ist kein Versehen. Nicht einmal nur das Kalkül von Werbestrategen, denen egal ist, auf welche Weise sie Aufmerksamkeit erregen. Sondern die eindeutige Aussage von Menschen, die Männer verachten und aus ihrer Einstellung kein Hehl machen.


Erfunden hat den Spot die Werbeagentur Jung von Matt, die beispielsweise für die Kampagne „BILD dir deine Meinung“ der BILD-Zeitung verantwortlich war (auch für „Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“ mit Alice Schwarzer) und für den letzten Bundestagswahlkampf der CDU („Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“).

2018 realisierte die Agentur mit Terre des Femmes ein sogenanntes Gender-Salary-Experiment, mit dem der angebliche Gender Pay Gap nachgewiesen werden sollte, indem sich drei Transgender zweimal auf denselben Job bewarben, mal als Mann, mal als Frau. Angeblich zeigte das Experiment Diskriminierung im Bewerbungsgespräch – die unterschiedlichen Lebensläufe, von denen zwei „aus Datenschutzgründen“ der Öffentlichkeit vorenthalten wurden, hatten mit dem Ergebnis natürlich nichts zu tun.

Jung von Matt beschäftigte und beschäftigt Feministinnen in Führungspositionen, daher darf man wohl davon ausgehen, dass Männerverachtung dort zum guten Ton gehört.

Beispielsweise Karen Heumann, Chefplanerin und Vorstandsmitglied, Anhängerin von Simone de Beauvoir, die sich nicht als Feministin bezeichnen möchte, aber speziell Frauen fördert, Mitglied im Independent Women’s Forum ist, in dem auch Hillary Clinton aktiv ist, und an den Gender Pay Gap glaubt („Ich beschäftige mich schon mein gesamtes Arbeitsleben mit der Ungerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“). Auch das Thema Diversität ist ihr wichtig: Ein „Compliance-Kurs“ habe ihr die Augen geöffnet.

Beispielsweise Geschäftsführerin Katja Kraus, die Frauen fördert und ihnen helfen will, „sich von ansozialisierten Persönlichkeitsaspekten“ zu lösen und ihr „Recht [!] auf den Führungsanspruch zu erkennen“. Die bekennende Feministin („Eigentlich sollte jede Frau Feministin sein und aufbegehren, solange Frauen für vergleichbare [!] Arbeit weniger Geld verdienen oder ein schlechtes Gewissen haben müssen, weil sie sich verwirklichen wollen“) lebt in einer Lebenspartnerschaft mit Katrin Suder von McKinsey, die sich mit Diversity-Management befasst und in die Berateraffäre von Ursula von der Leyen verstrickt ist.

Beispielsweise Kreativ-Direktorin Dörte Spengler-Ahrens, „im Kreativbereich (...) die bekannteste weibliche Vorkämpferin“ (Horizont), die 1999 die auf Frauenthemen spezialisierte Agentur Maria gründete und später beim Art Directors Club für Deutschland (ADC) die Fraueninitiative LADyC initiierte, in denen es des Öfteren um Genderthemen geht. Spengler-Ahrens („Frauen müssen besser sein – und werden dann oft auch noch schlechter bezahlt“) glaubt daran, dass Frauen empathischer seien und damit nicht nur die besseren Kreativen, sondern auch die besseren Menschen.

Klar, das beweist ja schon der Edeka-Spot.

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Gunnar