Im Aquarium

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Sonntag, 6. Mai 2018

Mehr Fragen


Warum tauchen immer mehr Fragen auf, je mehr Antworten uns der Feminismus gibt?


Beruht der überwältigende Erfolg des Feminismus darin, dass diese Ideologie es geschafft hat, reaktionären Geschlechterrollen einen scheinbar progressiven Anstrich zu geben? Dass man sich also beruhigt weiter als Frau von Männern alles vor den Hintern tragen lassen und als Mann vor scheinbar hilflosen Weibchen auf die Brust trommeln und sich trotzdem gleichzeitig wie ein Revolutionär fühlen kann?

Warum halten sich Social Justice Warriors, die letzten Endes nichts weiter tun, als Regierungspropaganda zu verbreiten, für radikal, bloß weil sie diese Regierungspropaganda mit Fäkalienausdrücken durchsetzen?

Und findet sich die Antifa progressiv, wenn sie für Angela Merkel auf die Straße geht und als Schergen der Staatsmacht Kritiker zusammenschlägt?

Sehen Feministen deswegen Linke, Liberale und Wertkonservative so hartnäckig als ihre Feinde an, weil sie zu feige sind, sich mit echten Nazis anzulegen?

Kann es sein, dass sich die rechten Spießer, die röhrende Hirsche und gehäkelte Klorollenhalter lieben und auf Kehrwochen und Jungfräulichkeit bestehen, und die linken Spießer, die sich Regenbogenfahnen und Che-Guevara-Poster an die Wand pinnen und auf kultureller Apartheid und sexueller Hilflosigkeit von Frauen bestehen, nichts nehmen?

Ist den Autonomen, die davon reden, dass sie Geschäfte „entglasen“, klar, wie nahe sie sprachlich mit ihrer Wortschöpfung den Nazis stehen („Kristallnacht“)?

Warum werden technisch immer ausgefeiltere Bildschirme entwickelt, die an Brillanz kaum noch zu überbieten sind, für immer schlechtere und manipulativere Fernsehprogramme, die keiner mehr anschauen möchte?

Dass sich Geschichte in Pendelbewegungen vollzieht und deshalb auf die sexuelle Revolution eine Ära sexueller Prüderie folgt, kann ich nachvollziehen, aber warum sind es zu einem großen Teil dieselbe Leute, die ehedem für sexuelle Befreiung auf die Barrikaden gingen und heute die restriktivste Sexualmoral seit dem viktorianischen Zeitalter verfechten?
(Die Antwort lautet vermutlich: Weil es sich um Opportunisten handelt, die nie etwas in Gang gesetzt, sondern immer nur ein Gespür für die jeweils aktuellen Machtverhältnisse gehabt haben)

Und ist die neue Prüderie schuld daran, dass all die notgeilen Dissidentenjäger und Schockwellenreiter nach sexuellen Skandalen wie in #metoo hecheln?

Wie verroht müssen Menschen sein, die den Vatertag abschaffen wollen mit der Begründung, man wolle Kinder, die vaterlos aufwachsen, nicht an ihren Vater erinnern, und die somit diesen Kindern sogar noch die Möglichkeit vorenthalten, um ihren Verlust zu trauern?

Und warum wollen diese Menschen nie mit der gleichen Begründung den Muttertag abschaffen? Weil ihnen mutterlose Kinder gleichgültig sind? Oder eher weil sie sich in Wahrheit einen Dreck um die Gefühle von Kindern scheren, sondern diese lediglich für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren?

Glauben junge Menschen ohne Lebenserfahrung, die nichts dazulernen und nichts anderes hören wollen als eine Bestätigung ihrer eigenen Vorurteile, wirklich, dass sie je etwas anderes sein können als Ignoranten?

Wenn es so ist, dass es sich bei den „Schneeflocken“, die keine andere Meinung ertragen und vor jedem schiefen Blick in Sicherheit gebracht werden müssen, um verhätschelte Gören handelt, die nicht erwachsen werden wollen – wäre es da nicht naheliegend, ihre Renitenz als Wunsch von Kleinkindern zu verstehen, die von ihren Eltern Grenzen gesetzt bekommen wollen? Und müssten dann Universitätsleitungen, Politiker, Richter nicht gerade bemüht sein, diese Grenzen zu setzen, statt den Zurückgebliebenen weiter jeglichen Halt zu verweigern? Und sich dann zu wundern, dass diese Gören immer renitenter werden?

Hat den Social Justice Warriors noch niemand erklärt, dass Meinungsfreiheit nur für Ihresgleichen nicht Meinungsfreiheit ist, sondern Totalitarismus?

Haben Politiker und Journalisten nicht verstanden, dass demokratische Grundsätze nicht nur für gute Zeiten gedacht sind, sondern explizit für schlechte? Und dass sich niemand damit brüsten kann, für Demokratie einzustehen, solange diese Einstellung von niemandem herausgefordert wird?

Warum sind die Ärmsten, die nach Meinung der Bessermenschen nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen, seltsamerweise nie weiße Männer, die nachts bei minus zehn Grad im Freien übernachten müssen?

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass sich Sawsan Chebli in Wahrheit gar nicht für Themen interessiert, nicht mal im Sinne der politischen Korrektheit, sondern derart selbstverliebt ist, dass sie ihre eigenen Befindlichkeiten für das Wichtigste auf der Welt hält und jeden Pseudoskandal nur dafür nutzt, um die Welt mit ihren Gefühlen zu belästigen („Ich war so geschockt und bin es immer noch.“, „Mir läuft es eiskalt den Rücken runter.“)?

Wenn Menschen Dinge tun, für die sie nicht engagiert wurden – kann es sein, dass sie damit davon ablenken wollen, dass sie für ihre eigentliche Arbeit ungeeignet sind? Und könnte das der Grund sein, weshalb unsere Politiker ihre ganze Kraft den Gendertoiletten widmen, dem Genderpricing, der Umbenennung von Straßennamen und feministischen Pornos, statt Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu bieten und dafür zu sorgen, dass Kinder die Möglichkeit haben, in intakten Familien aufzuwachsen?

Sind viele Feministinnen deshalb so islamfreundlich, weil dort die Männer für alles verantwortlich sind, was die Frauen ihrer Familie tun, also dasselbe Konzept verkörpern, das auch Nein-heißt-Nein, #metoo und dem deutschen Scheidungsrecht zugrunde liegt?

Ist es nicht interessant, dass diejenigen, die verlangen, dass überall Frauen „sichtbar gemacht“ werden, die Darstellung von Piktogrammen mit Röcken und Zöpfen ablehnen, die Farbe Rosa bekämpfen und weibliche Brüste auf Plakaten mit Verboten überziehen?

Die Gesinnungskrieger, die gegen Menschen hetzen, deren Position sie nicht mal kennen, von denen sie keinen Zeile gelesen und keinen Satz gehört haben, die sie mithin nur aus zweiter Hand beurteilen – finden die das gar nicht peinlich, wie vor hundert Jahren Autoritäten zu folgen, die ihnen sagen, wen sie für Schurken zu halten und mit Hass zu überziehen haben?

Und warum lässt sich unsere Gesellschaft eigentlich ununterbrochen absurde Debatten von einer kranken Minderheit aufzwingen?


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Gunnar